„Red Stars“

Die limitierten Edition „Red Stars“ Classic, Phase II, III und IV aus den Jahren 2003 bis 2006 -

sind Sterne, die um die Welt gereist sind, jeder von ihnen birgt sein eigenes Geheimnis: Wo sind sie gewesen, wer hatte mit ihnen zu tun und welche Aufgabe, welche Bedeutung hatten sie, bevor sie in einen Stern verwandelt wurden?

Classic

Es sind Sterne aus Transportsperrholz, meist mit Schriften und Zeichen, teils eingerissen und vernarbt von ihrer Reise – eigenwillig und rau, manche ausgeblichen und ergraut, jeder anders, jeder ein Werk für sich, jeder ein Red Star „Classic“. Doch wofür standen sie, die Zeichen auf den Platten und wofür stehen sie heute? - Sie, die Zeugen ihrer Reisen, Dokumente die erzählen.....

Sterne wurden seit jeher mit vielen Themen verknüpft, politischen ebenso wie romantischen und auch schicksalhaften. Diese Sterne jedoch sind ungebunden und reizen dazu, ihnen ihren eigenen Sinn zu geben, ihre eigenwillige raue Schönheit zu genießen und eigene Gedanken zu entwickeln. Das „Sterne-Projekt“ wurde von mir ins Leben gerufen, um Sterne und Kunst im Allgemeinen zugänglich und auch erschwinglich zu machen. Jeder einzelne Stern ist handgefertigt, jeder einzigartig, jeder nummeriert und signiert.

Dies gilt natürlich auch für Phase II, III, und VI, die Weiterentwicklungen im „Red Stars“ Projekt.
Aus dem Ursprünglichen – Red Stars mit Merkmalen äußerer Einflüsse, wie Verwitterungen und Transportschäden sowie Markierungen und Schriften – entwickelten sich verschiedene Phasen mit wiederum ihren ganz eigenen Merkmalen und Strukturen, die sich von der anfänglichen Idee der Red Stars und ihrer Einfachheit schnell entfernten. Die nun verwendeten Transportsperrhölzer sind eher ausdrucksschwach und meist unbeschriftet, sind so nicht nur Trägermaterial, das phasenübergreifend zum Einsatz kommt, vielmehr Indikator, Indikator für den grundlegenden Wandel in der Edition. Trotz aller nachfolgend beschriebenen Manipulationen gibt es Dinge, die festgeschrieben sind, Dinge, die Programm sind und das Projekt in seinem Facettenreichtum tragen.

„Red Stars“ sind immer 19,3 x 19,3 cm groß
„Red Stars“ sind immer aus Transportsperrholz
„Red Stars“ haben immer einen roten Stern
„Red Stars“ sind immer nummeriert und signiert

Programm ist aber ab jetzt auch der Wandel, der anfangs eher intuitiv entsteht und in seiner Logik und Machart dem Industriematerial „Transportsperrholz“ gerecht wird, dem unbefriedigten Auge neue Informationen liefert, indem nicht vorhandene Schriften oder Logos durch neue Motive besetzt werden. Unter Verwendung von authentischem Industriewerkzeug, Tinten und Schablonenölkarton entstehen im Jahr 2004 die ersten Schablonenschnitte und Schablonierungen in meiner Werkstatt und gleichzeitig die bis dahin noch unbetitelte Phase II. Denn aus der Intuition und dem künstlerischen „ Handanlegen“, aus dem Tun und dem motivierten kreativen Arbeiten wird ein neues Konzept, das den Wandel nachhaltig beeinflussen und leiten wird.

Phase II

Ich lade Künstlerkollegen und –freunde unterschiedlichster Couleur ein an meinem Projekt mitzuarbeiten und hierfür Schablonen mit Motiven zu kreieren, die auf die naturbelassenen wie auf die vorher von mir in verschiedenen Farben bemalten Platten der „Red Stars“ schabloniert werden.
Ein neues Geheimnis entsteht, eine neue Bedeutung ist gefunden und neue Bilder entstehen, eigenständig und reif, jedes einzelne spannend - Unikate, die sich in der großen Edition behaupten, die von der Handschrift der jeweiligen Künstler geprägt sind und ihren eigenen Sinn haben, ihre eigene Positionierung in der Menge finden und sie gleichzeitig mittragen. Wahre Zeugen der Geschichte werden nun die teilnehmenden Künstler – wahrer Zeuge der Geschichte wird nun der Betrachter. Eine verlorengegangene Geschichte wird neu geschrieben, neue Motive, Wege und Ziele für das Sperrholz gefunden, das doch schon so nahe dem Ende war.
Danielle Zimmermann, Alejandro Jimenez, Angelika Tippmann, Fabian Schempp, Freddy Fioravanti, Axel Gallun, Hans Helmut Rupp, Harald Amend, Ise Grimm, Herbert Gärtner, Karen Pullich, Karl J. Höffler, Lisa Morid, Mariola Streim, Martina Czeran, Pia Grambart-Delalic, Ruth Emmer, Tiemo Schröder und Mireille Jautz sind die Teilnehmer.
Eine Vielzahl an Variationen innerhalb der Phase II ist nach der farbigen Gestaltung der Platten entstanden. So bei Phase II–xtra, in der gemalte Blubberblasen oder kleine Kreise an Bedeutung gewinnen und fragmentarische Brücken bauen, die Raumverhältnisse im Bild suggerieren, gefolgt von der Exklusivserie Phase II–xtra–Blattsilber–highglossy, mit versilberten Punkten und Hochglanzlackierung.
Die Zahl an Hintergrundfarben, die ihren Einsatz in der gesamten Phase II finden, nimmt ständig zu und von der „ Authentizität“ des Transportsperrholzes bleibt kaum eine Spur - es sind lediglich die Schnittkanten und Rückseiten der Red Stars, die Aufschluss über das verwendete Material geben.
Das Red Stars Projekt wird zum Labor und zur Spielwiese gleichermaßen – Experimente, Ideen und die Lust am kreativen Arbeiten schaffen ständig neue Impulse, neue Entwicklungen und Ergebnisse innerhalb der Edition. Ein Pool ist entstanden, dessen Größe und Tiefe viel zulässt –
ein Pool aus dem Neues geboren wird, in dem aber auch ein nahezu willkürlicher Austausch der Anwendungen und Techniken zu einem tiefverzweigten Baum an Variationen der Red Stars führt.
Die Entwicklung und Verzweigung der Edition „Red Stars“ setzt sich durch das Hervorbringen der Phase III in Kontinuität am Experiment fort.

Phase III

Die anfängliche Verwendung der naturbelassenen Sperrhölzer wird bei Phase III gänzlich durch gerades, glattes und fein strukturiertes Holz aus Dänemark abgelöst. Es ermöglicht das Verkleiden der Platten mit unterschiedlichen Materialien wie mit Eisenblechen – ganz blank, aber auch gerostet – oder das Verspachteln von Zementspachtelmasse, Materialien, die ihren eigenen Charakter, ihren eigenen Charme haben. Fleckig durchscheinende farbliche Grundanstriche und vorgefundene Klebebänder bei den zementierten Platten, sowie das Experiment „Hochglanzlack“ variieren diese Phase ebenso wie die Positionierung der Künstler–Motive auf den unterschiedlichen Untergründen.

Phase IV

Bezogen auf das Verkleiden der Transportsperrholzplatten ähnelt Phase IV der Phase III, verlässt allerdings die Plattform der aktiven Farb- und Materialmixtechniken, denn hier liegt der akzentuierte Schwerpunkt im Zusammenspiel unterschiedlicher Medien. In Phase IV sind die roten Sterne vor der Folie verschiedener Motivfotos platziert - meine Fotoarbeiten mit den Themenschwerpunkten: „Wasser“, „Natur“ und „Building“. Auch hier kommen die „geraden und glatten“ Transportsperrhölzer zum Einsatz – die Hochglanzlackierung der Fotos scheint nun schon unumgänglich und bildet eine weitere Variante der Phase IV, mit dem Erfolg, dass die Fotos neben Schutz auch eine besondere Tiefe bekommen.

Das serielle Denken begleitet alle Phasen gleichermaßen und ist trotz der vielen Facetten und unterschiedlichen charakteristischen Auftritte der Phasen im Projekt „Red Stars“ manifestierter Mittelpunkt.

Das alles ist der grobe Umriss, der Versuch, die Red Stars und die einzelnen Phasen, die Ziele und Ideen zu erklären. Ein Ende der Möglichkeiten und der Kombinationen ist nicht absehbar. Und dies bezieht sich natürlich auf das gesamte Projekt – im Inneren wie im Äußeren.
„Red Stars“ ist ein Projekt, das mehr in sich birgt, sich im ständigen Wandel befindet und sich der ganzen Welt öffnet. So kommen nicht zuletzt die Transportsperrhölzer auch wieder auf den Weg und oft auch wieder an ihren Ursprungsort zurück.
Heute sind "Red Stars" schon in: Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Holland, Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Afghanistan, Ägypten, Australien und USA

Ich hoffe sehr, dass meine Erklärungen und Erläuterungen zu dem Projekt „Red Stars“ aufschlussreich waren und wünsche allen viel Spaß beim Entdecken und Erleben der „Red Stars“.


Gunnar Hansen


P.S. Natürlich wird das Projekt immer von Ereignissen begleitet sein, die in Form von Ausstellungen oder anderen Präsentationen stattfinden werden, neue Künstler werden hinzu kommen und Variationen in allen Phasen auch, genauso wie Fragen, Anregungen und Ideen von Außen.
Diese Bewegungen und Begegnungen versuche ich möglichst zeitnah zu dokumentieren, und ich möchte jeden, der eine Frage oder ein Anliegen hat, dazu ermutigen sich mit mir in Verbindung zu setzen.